German Speedweek 2009
Sonntag - Das Rennen
Wie die Tage zuvor läuft alles wie am Schnürchen. Nach dem Warm-up genießt die Crew noch die Sonne und das gemeinsame Mittagessen – vom Catering Service!
Gegen 13.30 Uhr steigt die Anspannung. Nach dem Startprozedere und etlichen La-olas geht es pünktlich um 14.00 Uhr endlich los. Der Start, mit Matthijs als Startfahrer, gelingt optimal und wir machen gleich ein paar Plätze gut. Die Anspannung entläd sich und man geht dem ersten Boxenstop in einer Stunde gelassen entgegen. Die "Sache" läuft. Wie immer.
Aber es sollte diesmal ganz anders kommen. Das Bike findet sich immer wieder im Kiesbett oder auf der Wiese wieder. Die Boxencrew hat alle Hände voll zu tun, eimerweise Kieselsteine und Grünzeug aus der Verkleidung nebst Kühler zu entfernen. Abgesehen von gebrochenen Verkleidungsteilen und demolierter Auspuffhalterung bleibt das Bike dennoch weiter einsatzbereit. Fußrasten und Lenkerarmaturen bleiben intakt. Die R1 geht immer wieder ins Rennen. Allerdings schon mit inzwischen 15 Minuten Rückstand.
Etwa 3 Stunden läuft alles normal. Die Boxenstopps sind schnell und die Rundenzeiten sind auch im grünen Bereich. Wir machen Plätze gut. Nur Forian kommt kurz rein wegen etwas höherer Kühlwassertemperatur, bedingt durch die steigenden Außentemperaturen am Nachmittag (und natürlich weil er immer heftiger am Kabel zieht). Es herrscht wieder Gelassenheit im Team bei Kuchen und Kaffee.
Doch dann fehlt unsere R1 erneut auf dem Zeitenmonitor und der Stadionsprecher faselt irgendwas von der equipe37. Sch... denkt jeder und bangt um Fahrer und Maschine.
Noch bevor wir realisieren was passiert ist, kommt Matthijs aus Richtung Fahrerlager auf der Maschine sitzend in die Box. Die R1 ist diesmal schwerer beschädigt als zuvor. Ein ander Fahrer hatte ihn in der "Hotelkurve" förmlich abgeschossen. Jetzt gab es richtig was zu tun.
Durch die vorangegangenen Stürze gingen uns langsam die Verkleidungsteile aus. Nach 20 minütigem Wuseln in der Box konnte unsere R1, diesmal stark "getaped", die Box wieder verlassen.
Es an unserem Gastfahrer Andy, die stark ledierte R1 auf dem Track zu testen. Matthijs schied mit starken Prellungen aus, so das Andy und Florian das Rennen alleine beenden mussten. Dies gelang auch ohne weitere Probleme. Nach anfänglichen Testrunden fand Andy schnell wieder Vertrauen in das Motorrad und verbesserte sogar seine Rundenzeiten; es gab ja auch nichts mehr zu verlieren!
Als es dann gegen 19.00 Uhr am Himmel immer dunkler wurde, hatten wir wieder Hoffnung, durch regenbedingte Ausfälle anderer Teams vielleicht doch noch etwas weiter vorne zu landen. Doch auch diesmal kam es anders als geplant. Statt zu regnen begann es wie aus Kübeln zu schütten. Die Rennleitung mußte letztendlich aus Sicherheitsgründen das Rennen gegen 20.00 Uhr unterbrechen und später aufgrund der anhaltenden Niederschläge abbrechen.
Aus dem angepeilten Podestplatz wurde diesmal leider nichts.
Fazit: Wir kommen wieder.
PS: Vielen Dank an Gabi und Patricia, die uns während des WE bestens versorgt haben!
Samstag, 30. Mai.
Heute ist Qualifying und Pitwalk für die Besucher. Gegen 11 Uhr haben wir unser Team-Meeting abgehalten und die kommenden Aufgaben verteilt. Es wird ernst, denn ab 13.00 Uhr geht's ins Qualifying. Jeder weiß, was er zu tun hat.
Das Qualifying findet in 3 Etappen statt. Um 13.00 Uhr startet MaTTHijs mit dem ersten turn für 30 Minuten. Um 13.40 Uhr ist Andy dran und danach um 14.20 Uhr Flor1. Momentan wird das Bike für das Qualifying vorbereitet. Bis jetzt läuft alles zu unserer Zufriedenheit. Die neue hydralische Hebevorrichtung für das Motorrad erweist sich dabei als extrem hilfreich. Die Hydraulik wird auch bei den Boxenstops Verwendung finden. Dadurch sparen wir uns einen manuellen Heber für das Vorderrad, was wiederum Zeit spart.
Smoke ist bereits mit dem zweiten Bike unterwegs auf die Isle of Man. Die TT findet im Anschluß an die Speedweek statt.
Nach dem Qualifying werden wir erstmal die Box aufräumen, damit für den Pitwalk der Zuschauer alles vernünftig aussieht. Wir freuen uns auf viele Besucher und hoffen auf gute Platzierungen für die Startaufstellung.
Langweilig wird's jetzt nicht mehr.
Freitag, 29. Mai.
Heute war zweiter Trainingstag in Oschersleben. Es ist gerade kurz vor 22 Uhr. Das Nachttraining liegt in den letzten Minuten. Die Maschinen laufen perfekt. Mit Betonung auf "die Maschinen". Die equipe37 hat dieses Jahr erstmals zwei nagelneue Yamaha R1 RN19 im Zugriff. Eine Maschine wird am Sonntag im Rennen eingesetzt. Maschine zwei wird nach dem Nachttraining umgebaut und morgen früh für die TT auf die Isle of Man geschickt. Unter notarieller Aufsicht in persona Smoke.
Nebenbei bemerkt, eine Anekdote. Eine relativ kurz gewachsene Französin versuchte heute in unserer Box feuerfeste Unterwäsche an den Mann zu bringen. Der Deal scheiterte jedoch, weil hier niemand französisch sprach.
Donnerstag, 28. Mai.
Flor1 hat gestern die neue, zweite R1 im Serienzustand mitgebracht. Da im Training und in der Box alles so gut läuft, dass vor lauter Freizeit die Langeweile ausbricht, beschließt die Mechanikermannschaft kurzerhand, die Maschine in Rekordzeit in den Renntrim umzubauen. 21.00 Uhr - Maßnahme beendet. R1 rennt. Wieder Langeweile.
Berge Trophy Oschersleben - von Florian Lupfer
Nach ersten Vorbereitungstests mit der für uns neuen Yamaha R1 Typ RN19 in Ledenon und Oschersleben trafen sich MaTThijs und FloR1an zum ersten Test unter Rennbedingungen im Rahmen der Berge Trophy.
Wir fuhren natürlich die Klasse 4 mit einem Bike und zwei Fahrern um uns für den 8h WM Lauf an Pfingsten optimal vorzubereiten. Zudem hatten wir noch keine Erfahrung mit der RN19 bzgl. Sprit- und Reifenverschleiß. Immerhin bringt die neue LASER Titan Auspuffanlage mit feiner Abstimmung gegenüber der RN12 weitere 15PS. Da ist es sinnvoll die neuen Bridgestone BT003 in verschiedenen Mischungen auszuprobieren. Immerhin sollen die Pneus hinten mindestens 3 und vorne 4h halten um gegen die Semi- Werksteams die inzwischen schon in der Superstock Klasse im Rahmen der Endurance WM antreten den Hauch einer Chance zu wahren.
Auch die scheint es teilweise in die Jahre kommende Fahrerzunft musste Ihre Fitness unter Beweiss stellen. Die minimale Fahrzeit liegt bei mindestens 60-70min. die besonders in Oschersleben mit seiner Streckencharakteristik wirklich ewig erscheinen.
Matthijs, unser echter und einziger „Rennfahrer“ im Team, durfte natürlich wieder den Start fahren da der mir mit 1.34 Zeiten mal wieder ewige 4sec abnahm. Im Rennen „verläuft“ sich das zwar wieder aber für die Speedweek müssen doch noch irgendwie 1-2 sek. Zu finden sein.
Gleich vorab entschuldige ich mich bei allen KTM Duke Fahrern die ich speziell im letzten Turn zum Wahnsinn getrieben habe! Auf der Geraden schnell und in der Kurve steht er rum...so müsste sich das bei den „Aufrechten“ angehört haben. Zur Entschuldigung sei angemerkt dass wir nun immerhin herausgefunden haben dass ein Typ 3 Bridgestone keine 4h hält! Ich konnte damit zwar noch 1.39-bis 1.40 Zeiten fahren aber Spass hatte ich damit keinen mehr...Axl unser Teamchef der immerhin WM Niveau beim Schnelltanken zeigte erzählte 1 Woche später von Bremsbelägen die noch ca. 0,01mm Restbelag aufwiesen. Gut dass ich damit immerhin meinen Ruf als „Testfahrer“ wieder festigen konnte. Frei nach dem Motto: „Der merkt eh nix, den kannst mit allem rausschicken“...Prima!
Egal, wir haben die Klasse 4 mit großen Abstand gewonnen und hätte ich beim Re- Start nach der Pace Car Phase nicht gepennt wären wir Gesamt Dritter und nicht Fünfter geworden. Egal, mein Sohn will nur sehen dass ich einen Pott mit nach Hause bringe und das haben wir ja immerhin geschafft!
Danke ans Team für die fulminante Vorbereitung! Wir sehen uns an Pfingsten beim 8h WM Lauf in der Börde.
Gruß, floR1an